Wenn Geld keine Rolle spielt…

Dabei geht es nicht darum dir vorzustellen, dass du Millionen im Lotto gewinnst und dir plötzlich alle verrückten Wünsche erfüllen kannst. 

Die Frage beschreibt kritisch die einseitige Jagd nach Geld, ohne die eigenen Leidenschaften & Talente zu berücksichtigen. 

Du kannst dich von ihr inspirieren lassen und dich fragen, ob das, was du tust, das Richtige für dich ist.

Wenn Geld keine Rolle spielt, würdest du…

❓der gleichen Tätigkeit nachgehen wollen wie heute? 

❓deine Zeit mit den gleichen Menschen (Partner/in, Freunde, Kollegen,…) verbringen wollen?

❓deine Freizeit so gestalten wie jetzt?

❓da leben, wo du aktuell lebst?

❓…

Ja? Prima! Du Glückspilz 😃🍄

Nein? 

❓Was willst du wirklich❓

Antworten darauf bekommst du, wenn du auf dein Bauchgefühl hörst. Der Verstand kann ausnahmsweise mal schweigen, das Herz darf sprechen ❤️ 

Vielleicht musst du erst einmal wieder einen Zugang zu dir selbst und deinen wahren Gefühlen finden. 

➡️ Wenn du dabei Unterstützung brauchst, begleite ich dich gerne ein Stück auf deinem Lebensweg. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich 😊 

Wir können nicht unser komplettes Leben und uns selbst auf einen Schlag ändern. Aber wir können mit kleinen Schritten beginnen. Dranbleiben zahlt sich aus

Dein Selbstbild

Welches Bild hast du von dir selbst? Vielleicht ist es an der Zeit, dieses mal zu überprüfen 🤔 Es wird nämlich vor allem in den ersten 7 Jahren unseres Lebens geformt. Wir glauben und übernehmen die Meinung, die andere von uns haben und verinnerlichen diese. Somit kann sich das übernommene „Fremdbild“ negativ auf unser weiteres Leben auswirken. Als Erwachsene fühlen wir uns dann immer noch…
  • nicht gut genug,
  • nicht schön genug,
  • nicht schlau genug,
  • … .

Wir…

  • leiden wir unter Minderwertigkeitsgefühlen,
  • können unsere Talente nicht (an-)erkennen,
  • wertschätzen unsere Fähigkeiten nicht,
  • haben ein geringes Selbstvertrauen,
  • sehen unsere wahre Schönheit (innen & außen) nicht.
Schlimmstenfalls führt ein negatives Selbstbild zu Ängsten und Depressionen. Es lohnt sich folglich, alte Glaubenssätze ausfindig zu machen, zu hinterfragen und neu zu definieren. Ich spreche aus Erfahrung:
Mathe war mein Problemfach. Leider hatte ich einen Lehrer, der schlechte Schüler gerne an die Tafel holte und bloßstellte. Folglich bildete sich ein Glaubenssatz „Ich bin zu dumm. Ich kann das nicht!“ in meinem Gehirn. Dieser hatte sogar eine Leistungsverweigerung im mündlichen Abitur zur Folge: „Wieso anstrengen, wenn es sowieso keinen Sinn macht?“ Wenn ein Kind glaubt, dass es dumm ist oder etwas nicht kann, hat es fatale Folgen für das ganze Leben. Ich konnte diesen Glaubenssatz auflösen und lache heute über die lustigen Bilder, die durchs Netz kursieren: „Mathe klingt für mich so: 2 Goldfische wanderten durch die Wüste. Der eine war rot, der andere dünn. Wie viel wiegt die Palme, wenn es regnet?“ 😂
Humor hilft heilen 😊❤️

Frühlingsanfang

Morgen ist meteorologischer Frühlingsanfang und die Natur steht in den Startlöchern ☀️😊🌷 Wenn wir draußen unterwegs sind, können wir diese Kraft besonders gut spüren. Bewusst erleben, was da gerade um uns herum passiert und uns von der Kraft des Frühlings anstecken lassen 😃

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Altes loslassen

2020 war und ist ein besonderes Jahr. Für viele eine echte Herausforderung! Mit einem Ritual können wir Altes loslassen und das Neue begrüßen: Schreibe Altlasten & Überflüssiges auf. Alles, was dir in diesem Jahr Sorgen bereitet, dich gestresst oder geängstigt hat.

Vielleicht möchtest du dich z.B. von deinem ständigen „Wollen“ verabschieden? Dich erklären wollen, rechtfertigen wollen, etwas besser machen wollen, perfekt sein wollen oder gefallen wollen? Notiere es und verbrenne den Zettel bei einem Rauhnacht-Ritual in einer feuerfesten Schale. Schaffe Platz für das Neue ❤️

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13 Wünsche

Die Rauhnächte werden als die 12 heiligen Nächte zwischen Weihnachten und dem Tag der Heiligen drei Könige bezeichnet. Sie sind eine Zeit des Rückzugs, des Wandels und des Neubeginns. Rituale helfen uns dabei, das alte Jahr abzuschließen und positiv ins neue Jahr zu starten. Deshalb möchte ich heute das schöne Ritual der „13 Wünsche“ mit dir teilen 😊

Hierfür nimmst du 13 kleine Zettel, die in der gleichen Größe und Farbe sein sollten, damit du sie nicht unterscheiden kannst. Auf jeden schreibst du vor dem 25.12. einen echten Herzenswunsch für das neue Jahr. Nimm dir ausreichend Zeit, um dir wirklich klar darüber zu werden: Was ist mir wichtig? Was erfüllt mich? Was würde mein Leben leichter machen? Was liegt mir am Herzen? Formuliere die Wünsche positiv, kurz, präzise und in der Gegenwart. Als wäre der Wunsch schon erfüllt. Statt „Ich will nicht mehr krank sein.“ schreibst du „Ich bin gesund.“ Statt „Ich will nicht immer so betrübt sein.“ schreibst du „Ich freue mich auf jeden neuen Tag.“ Wünsche nicht für einen anderen Menschen, sondern nur für dich selbst.

Dann faltest du die Zettel einheitlich zusammen und legst sie in einen Beutel, eine Schachtel oder ein verschließbares Glas.

Ab der ersten Rauhnacht am 25. Dezember nimmst du dir – möglichst bei Einbruch der Dunkelheit – etwas Zeit, lässt den Alltag hinter dir und entzündest in aller Ruhe eine Kerze. Nimmst die Wärme und das Flackern wahr. Falls du Räucherzubehör hast, kannst du auch zusätzlich etwas Räucherwerk räuchern. Dann nimmst du mit geschlossenen Augen einen der Zettel, hältst ihn in der Hand und spürst, dass eine Besonderheit in dem liegt, was du gerade tust.

Verbrenne den Zettel – am besten draußen in der Natur – in der Räucherschale oder einer anderen feuerfesten Schale, ohne ihn vorher noch einmal zu lesen. Schaue achtsam zu, wie er brennt. Welche Gedanken & Gefühle hast du dabei? Es heißt, dass mit dem Rauch deine Wünsche in den Himmel hinauf steigen und einer höheren Macht übergeben werden. Die Asche kannst du im Anschluss der Erde übergeben. Verfahre so in allen 12 Raunächten bis zum 5. Januar.

Es heißt, dass der Wunsch, den du in der ersten Nacht verbrennst, sich im ersten Monat des neuen Jahres erfüllt. Der zweite Wunsch im zweiten Monat und so weiter. Nach dem Ende der Raunächte am 6. Januar ist noch ein letzter Zettel übrig. Diesen darfst du nun feierlich öffnen und nachlesen, welcher Wunsch darauf steht. Für die Erfüllung dieses Wunsches bist du ganz alleine zuständig ❤️
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An welchen schönen Moment vom gestrigen Tag kannst du dich heute noch erinnern? Es liegt in der Natur des Menschen, dass wir häufig zu sehr auf das Negative schauen und darüber hinaus unangenehme Situationen länger im Gedächtnis hängen bleiben als positive Momente. Deshalb ist es umso wichtiger, einen Blick für das Schöne & Positive zu bekommen, dieses bewusst wahrzunehmen und zu genießen ❤️

Wie der Bauer in der folgenden Geschichte:
Es war einmal ein Bauer, der steckte jeden Morgen eine Handvoll Bohnen in seine linke Hosentasche. Immer, wenn er während des Tages etwas Schönes erlebt hatte, wenn ihm etwas Freude bereitet oder er einen Glücksmoment empfunden hatte, nahm er eine Bohne aus der linken Hosentasche und gab sie in die rechte.
Am Anfang kam das nicht so oft vor. Aber von Tag zu Tag wurden es mehr Bohnen, die von der linken in die rechte Hosentasche wanderten. Der Duft der frischen Morgenluft, der Gesang der Amsel auf dem Dachfirst, das Lachen seiner Kinder, das nette Gespräch mit einem Nachbarn – immer wanderte eine Bohne von der linken in die rechte Tasche.
Bevor er am Abend zu Bett ging, zählte er die Glücksbohnen in seiner rechten Hosentasche. Bei jeder Bohne konnte er sich an das positive Erlebnis erinnern. Zufrieden und glücklich schlief er ein – auch wenn er nur eine einzige Bohne in seiner rechten Hosentasche hatte. (Verfasser unbekannt)
Du kannst natürlich auch Centstücke, Kaffeebohnen, Perlen,… nehmen 😊 Ich wünsche dir viel Freude beim Sammeln von Glücksmomenten 😃🍀

Selbstbild & Fremdbild

Hast du dir diese Frage schon einmal gestellt? Es lohnt sich 😊 Denn das Bild, das wir von uns selbst haben, bestimmt nicht nur unsere Zufriedenheit im Leben, sondern auch die Beziehung zu anderen Menschen.
Kürzlich kam eine Kollegin nach einer Teambesprechung auf meine Klientin zu und sagte: „So selbstbewusst und sicher wie du möchte ich auch einmal auftreten können.“ Mit dieser Rückmeldung hätte meine Klientin niemals gerechnet und dachte: „Wenn die wüsste, wie ich wirklich bin.“ Aber wie war sie denn wirklich? Stimmte das Bild, das sie von sich selbst hatte? Oder das ihrer Kollegin? Vielleicht lag die Wahrheit auch irgendwo in der Mitte?
Während unserer Sitzung ließ sie die besagte Besprechung und weitere Situationen noch einmal Revue passieren. Auch mir erschien sie in ihren Ausführungen klar und souverän. Sie erkannte plötzlich selbst: „Ganz so schlecht war ich ja doch nicht.“ und ergänzte freudig: „Eigentlich war ich richtig gut.“ Es zeigte sich mal wieder, wie unterschiedlich Selbstbild und Fremdbild sein können.
Unser Selbstbild steuert unser Denken, Fühlen und Handeln. Wie wir uns selbst sehen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Z.B. von den Rückmeldungen, die wir in der Vergangenheit bekommen haben, von unseren Erfahrungen, Wünschen, Zielen, Werten, unseren Stärken und Schwächen.
Das sogenannte Fremdbild ist die Summe aller Wahrnehmungen, Bewertungen und Gefühle Dritter uns gegenüber. Natürlich betrachten auch sie die Welt durch ihre Brille und projizieren vielleicht etwas in uns hinein, was sie entweder selbst gerne hätten oder ablehnen. Aber wir müssen ja nicht die Meinung eines Einzelnen gleich auf die Goldwaage legen, sondern können unterschiedliche Menschen um eine Rückmeldung bitten.
Ein ehrliches Feedback ist nicht immer angenehm oder vielleicht sogar schmerzhaft – aber es bringt uns weiter. Wir können unseren Blickwinkel erweitern, vielleicht auch unsere „blinde Flecken“ erkennen, Potentiale entdecken, persönlich wachsen und auf diese Weise Selbsterkenntnis und Selbstbewusstsein erlangen 😃

Gemeinsam durch die Krise

Wir sind in diesem Jahr einer Krisen- und Stresssituation ausgesetzt, die für unsere Gesellschaft eine große Herausforderung darstellt. Es gibt Menschen, die mit gesundheitlichen, finanziellen und existenziellen Problemen kämpfen. Die sich große Sorgen machen, Angst haben, schlecht schlafen, sich erschöpft fühlen oder sonstige körperliche Auswirkungen spüren. Manche davon sind Corona-Leugner und einige Regelbrecher. Andere sind Regelbefürworter und Regelbefolger. Jeder von uns hat seine eigene Lebensgeschichte, sieht die Welt durch seine „Brille“ und reagiert auf seine ganz individuelle Art und Weise.

„Nicht steht mir zu, über eines andern Leben zu urteilen! Für mich allein muss ich urteilen, muss ich wählen, muss ich ablehnen.“ Hermann Hesse

Es gibt Menschen, denen es – aus welchen Gründen auch immer – momentan schlecht geht. Die sich ihren Kummer, ihre Bedenken und Sorgen von der Seele reden möchten, ohne dass sie dafür gleich verurteilt oder kritisiert werden.
Wenn wir solche Menschen in unserem Umfeld haben, können wir ihnen Zeit und ein offenes Ohr schenken. Uns auch mal zurücknehmen, wenn wir anderer Meinung sind und einfach nur empathisch zuhören.

Diejenigen, die niemanden zum reden haben, können sich z.B. auch an die Telefonseelsorge wenden: www.telefonseelsorge.de Obwohl es der Name nicht vermuten lässt, kann man sich hier seine Sorgen auch von der Seele schreiben – per Mail oder im Chat. Anonym und kostenlos. Rund um die Uhr. In meiner Praxis biete ich kostenlose und unverbindliche Erstgespräche an. Meine Kontaktdaten findest du hier auf meiner Seite.

„Man ist nicht bloß ein einzelner Mensch, man gehört einem Ganzen an.“ Theodor Fontane

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Neuanfang

Gewohnheiten, Verhaltens- und Denkmuster, die wir jahrelang gelernt und wiederholt haben, lassen sich nicht von jetzt auf nachher ändern. Wenn starre Automatismen unser (Er-)Leben bestimmen, gilt es diese erst einmal zu erkennen und schließlich zu lockern. Schritt für Schritt. Diese Lockerung führt zu einer Entwicklung weg von eingefahrenen Strukturen hin zu Lebendigkeit, Offenheit und Freiheit.

„Autobiographie in 5 Kapiteln“ – von Portia Nelson

Kapitel 1

Ich gehe die Straße entlang.

Im Gehsteig ist ein tiefes Loch.

Ich falle hinein. Ich bin ratlos und hilflos,

aber es hat nichts mit mir zu tun.

Es dauert endlos lange, wieder herauszufinden.

Kapitel 2

Ich gehe dieselbe Straße entlang.

Im Gehsteig ist ein tiefes Loch.

Ich tue so, als ob ich es nicht sähe und falle wieder hinein. Ich kann nicht glauben, dass ich mich wieder in dieser Situation befinde, aber sie hat nichts mit mir zu tun.

Es dauert immer noch lange, herauszukommen.

Kapitel 3

Ich gehe dieselbe Straße entlang.

Im Gehsteig ist ein tiefes Loch. Ich sehe, dass es da ist. Ich falle hinein. Es ist schon eine Gewohnheit, aber

ich habe meine Augen dabei weit geöffnet.

Ich weiß wo ich mich befinde.

Diese Situation hat sehr viel mit mir zu tun.

Ich klettere sofort heraus.

Kapitel 4

Ich gehe dieselbe Straße entlang. Im Gehsteig ist ein tiefes Loch. Ich gehe daran vorbei.

Kapitel 5

Ich gehe eine andere Straße entlang.

 

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Trauer zulassen

Der Tod gehört zum Leben dazu. Der Verlust eines geliebten Menschen ist ein Schock, der das ganze weitere Leben prägen kann. Um sich selbst in der Trauer besser verstehen zu können, ist es gut, etwas über sie zu wissen.

Es ist wichtig, starke Gefühle wie Kummer, Angst, Wut und Zorn zuzulassen und nicht zu verdrängen. Sie kosten viel Zeit und Kraft. Sie bewusst zu erleben und sich mit ihnen auseinanderzusetzen, kann neue Kräfte für den weiteren Lebensweg freisetzen.

Die Schweizer Psychologin Verena Kast hat ein Modell der Trauerphasen entwickelt:

1. Trauerphase: Nicht-Wahrhaben-Wollen

Der Tod eines Menschen schockiert immer, auch wenn er nicht unerwartet kommt. Auf einmal ist alles anders. Verzweiflung, Hilf- und Ratlosigkeit herrschen vor. Das Geschehene wird noch nicht erfasst, man leugnet es ab, man kann und will es nicht glauben. Viele Menschen sind wie erstarrt, verstört und völlig apathisch. Andere geraten außer Kontrolle, brechen zusammen. Der Tod hat etwas Überwältigendes, der Schock sitzt tief. Körperliche Reaktionen: rascher Pulsschlag, Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen, motorische Unruhe. Diese Phase kann wenige Stunden bis – vor allem bei plötzlich eingetretenen Todesfällen – mehrere Wochen dauern.

Mögliche Hilfen in dieser Phase:

– Alltägliche Besorgungen übernehmen
– Trauernde dort unterstützen, wo sie überfordert sind
– Trauernde nicht allein lassen
– Trauernde in ihren Reaktionen nicht bevormunden
– Da-Sein, ohne viel fragen
– Alle Gefühle der Trauernden zulassen: alles darf sein!
– Die scheinbare Empfindungslosigkeit aushalten
– Wärme, Mitgefühl vermitteln
– Die eigenen Gefühle zum Ausdruck bringen, wenn es angebracht und notwendig erscheint.

2. Trauerphase: Aufbrechende Emotionen

Gefühle bahnen sich nun ihren Weg. Leid, Schmerz, Wut, Zorn, Freude, Traurigkeit und Angst können an die Oberfläche kommen. Je nach der Persönlichkeitsstruktur des Trauernden herrschen verschieden Gefühle vor. „Warum musste es ausgerechnet mich treffen?“ oder „Womit habe ich das verdient?“ Das sind Fragen, die sehr leicht aufkommen. Man schreit seinen Schmerz heraus, Wut und Zorn entstehen gegen Gott und die Welt. Aber auch gegen den Toten werden Vorwürfe gerichtet: „Wie konntest du mich nur im Stich lassen?“ oder „Was soll nun aus mir werden?“ Diese aggressiven Gefühle können sich aber auch gegen einen selbst richten: „Hätte ich nicht besser aufpassen müssen?“ oder „Hätte ich das Unglück nicht verhindern können?“ Als Folge davon entstehen Schuldgefühle, die den Trauernden quälen. All diese Gefühle, die zu diesem Zeitpunkt über einen hereinbrechen, sollte man keineswegs unterdrücken. Sie helfen dem Trauernden, seinen Schmerz besser zu verarbeiten. Werden sie jedoch unterdrückt, so können diese Gefühle viel zerstören, sie führen dann nicht selten zu Depressionen und Schwermut. Die Dauer dieser Phase lässt sich nur schwer abschätzen, man spricht etwa von ein paar Wochen bis zu mehreren Monaten.

Mögliche Hilfen in dieser Phase

– Gefühlsausbrüche zulassen, da sie heilsam sein können
– Ausbrüche von Wut und Zorn gehören ebenso wie depressive Stimmungen und Niedergeschlagenheit zum Vorgang des Trauerns
– Nicht von ungelösten Problemen, Schuld und Konflikt ablenken
– Ablenken fördert nur das Verdrängen, was zu einer Verzögerung des Trauerprozesses führen kann
– Probleme aussprechen lassen
– Schuldgefühle nicht ausreden, aber auch nicht bekräftigen, sondern schlicht zur Kenntnis nehmen
– Am Erleben und Erinnern des Trauernden Anteil nehmen
– Da-Sein, Zuhören
– Anregungen für alltägliche Hilfen (z.B. Tagebuch schreiben, Malen, Musikhören, Spazieren gehen, Entspannungsübungen, Bäder,…) geben
– Eigene „Geschichten“ zurückhalten
– Keine Interpretationen oder wertende Stellungnahmen geben.

3. Trauerphase: Suchen und Sich-Trennen

Auf jeden Verlust reagieren wir mit Suchen. Was wird eigentlich in der Trauer gesucht? Zum einen der reale Mensch, das gemeinsame Leben, gemeinsame Orte mit Erinnerungswert. Auch in den Gesichtern Unbekannter wird nach den geliebten Gesichtszügen gesucht. Gewohnheiten des Verstorbenen werden übernommen. Gemeinsame Erlebnisse sollen Teile der Beziehung retten und werden gleichsam als „Edelsteine“ gesammelt. Dies erleichtert die Trauer. In inneren Zwiegesprächen wird eine Klärung offener Punkte möglich, kann Rat eingeholt werden. Durch diese intensive Auseinandersetzung entsteht beim Trauernden oft ein starkes Begegnungsgefühl. Das ist unheimlich schmerzhaft und unendlich schön zugleich! Im Verlaufe dieses intensiven Suchens, Findens und Wieder-Trennens kommt einmal der Augenblick, wo der Trauernde die innere Entscheidung trifft, wieder ja zum Leben und zum Weiterleben zu sagen oder aber in der Trauer zu verharren. Je mehr gefunden wird, was weitergegeben werden kann, umso leichter fällt eine Trennung vom Toten. Dieses Suchen lässt aber auch oft eine tiefe Verzweiflung entstehen, weil die Dunkelheit noch zu mächtig ist. Suizidale Gedanken sind in dieser Phase relativ häufig. Diese Phase kann Wochen, Monate oder Jahre dauern.

Mögliche Hilfen in dieser Phase

– Alle Erlebnisse der Vergangenheit dürfen ausgesprochen werden –
– keine Zensur!
– Akzeptieren, dass immer wieder in den verschiedensten Formen „gesucht“ wird
– Geduld
– Zuhören – auch wenn man die Geschichten alle schon kennt
– Gefühle ernst nehmen, die durch Erinnerungen oder Erzählungen wieder auftauchen
– Phantasien zulassen, die den Tod des Verstorbenen bezweifeln – ohne selbst mit zu phantasieren
– Bei suizidalen Äußerungen kontinuierlich begleiten
– Zeit lassen
– Kein Drängen auf Akzeptieren des Verlustes
– Unterstützung bei Ansätzen der Neuorientierung

4. Trauerphase: Neuer Selbst- und Weltbezug

Nachdem man seinen Schmerz herausschreien durfte, anklagen und Vorwürfe machen durfte, kehrt allmählich innere Ruhe und Frieden in die Seele zurück. Der Tote hat dort seinen Platz gefunden. Langsam erkennt man, dass das Leben weitergeht und dass man dafür verantwortlich ist. Es kommt die Zeit, in der man wieder neue Pläne schmieden kann. Der Trauerprozess hat Spuren hinterlassen, die Einstellung des Trauernden zum Leben hat sich meist völlig verändert. Der Verstorbene bleibt ein Teil dieses Lebens und lebt weiter in den Erinnerungen und im Gedenken.

Mögliche Hilfen in dieser Phase

– Dazu beitragen, dass der Trauernde auch den Begleiter loslassen kann
– Akzeptieren, dass man so nicht mehr gebraucht wird
– Eigene „Bedürftigkeit“, helfen zu müssen, überprüfen (Helfer-Syndrom!)
– Veränderungen im Beziehungsnetz des Trauernden begrüßen und unterstützen
– Neues akzeptieren
– Sensibel bleiben für Rückfälle
– Gemeinsame Formen suchen, die Trauerbegleitung behutsam zu beenden oder umzugestalten

Quelle: johanniter.de / M. Specht-Tomann, D. Tropper – „Zeit des Abschieds“

Wenn wir alle Gefühle zulassen und uns auf diesen Trauerprozess einlassen, finden wir uns selbst neu. Die Beziehung zu dem geliebten Menschen verändert sich. Er ist nicht verloren, sondern gehört weiter zu unserem Leben dazu ❤️